Kammerorchester Weilheim

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Unser aktuelles Programm

 

Frühjahrskonzert

Stadthalle Weilheim
Samstag, 5. Mai 2018

Programm

Sir Edward William Elgar (1857 – 1934 England)
Serenade für Streichorchester in e-Moll, op. 20 (1892/93)
I. Allegro piacevole   II. Larghetto   III. Allegretto

Jean Julius Christian Sibelius (1865 – 1957 Finnland)
Impromptu  Andantino, Meno andantino
nach den Klavier-Impromptus op. 5, Nr. 5 und 6 (1893),
für Orchester bearbeitet vom Komponisten

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893 Russland)
Elegie in G-Dur op. TH 51 (1884)  Andante non troppo

Edvard Hagerup Grieg (1843 – 1907 Norwegen)
Zwei elegische Melodien für Streichorchester, op. 34 (1880)
I. Herzwunden  Allegretto espressivo
II. Letzter Frühling  Andante

Edvard Hagerup Grieg (1843 – 1907 Norwegen)
Zwei Nordische Weisen, op. 63 (1895)
    I. Im Volkston  Andante
    II. Kuhreigen  Andantino und
    Bauerntanz  Allegro molto vivace

™ ™ ™     P A U S E    ˜ ˜ ˜

Leoš Janácek (1854 – 1928 Tschechien)
„Idyll“, Suite für Streichorchester (1878)
I. Andante   II. Allegro   III. Moderato
IV. Allegro   V. Adagio   VI. Scherzo   VII. Moderato

Béla Bartók (1881 – 1945 Ungarn)
Rumänische Volkstänze aus Ungarn für Klavier (1915)
Arangement für Streichorchester von Arthur Willner
    I. “Jocul cu bâta (Stabtanz)” aus Mezöszabad
    Allegro moderato
    II. “Brâul (Rundtanz)” aus Egres  Allegro
    III. “Pe Loc (Stampftanz)” aus Egres  Moderato
    IV. “Buciumeana (Kettentanz)” aus Bisztra  Moderato
    V. “Poarga românesca (Rumänische Polka)” aus Belényes
    Allegro
    VI. “Mâruntel (Schnelltanz)” aus Belényes  L’istesso tempo
    VII. “Mâruntel (Schnelltanz)” aus Nyagra  Allegro vivace

Zu den Werken

In diesem Frühjahrskonzert widmet sich das Kammerorchester Weilheim ausschließlich romantischen Werken verschiedener Komponisten des 19./20. Jahrhunderts aus den Randstaaten Europas.
Die mitteleuropäischen Konzertbühnen und Opernhäuser des 19. Jahrhunderts wurden beherrscht von den bekannten Kom-ponistentitanen wie R. Wagner, R. Strauß, G. Verdi, H. Berlioz, F. Liszt, um aus der langen Reihe einige zu nennen. Die Orchesterbesetzungen wurden immer größer, so dass in allen Großstädten große Konzert- und Opernhäuser gebaut werden mussten.
Aber auch in den Nationen rund um Mitteleuropa gab es begabte Komponisten. Sie wurden aber nicht gehört. Lediglich Tschaikowsky war es gelungen, die westlichen Bühnen für russische Komponisten zu erobern.
Doch in dem Revolutionsjahr 1848 sprang der revolutionäre Funke aus Frankreich nicht nur auf Berlin, sondern auch auf Wien, Prag und Siebenbürgen über. Auch die skandinavischen Länder, die Jahrhunderte lang in einer Union zusammenlebten, begannen sich auf ihre jeweiligen Nationalitäten zu besinnen und bildeten eigene Staaten.
Und Musiker besannen sich auf die eigenen Schätze in ihren Ländern. Sie sammelten Volkslieder und verfassten die schönsten Melodien mit klassischen Kompositionstechniken zu wunderschönen romantischen Weisen. Wer kennt nicht die „Moldau“ oder die „Finlandia“?
Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann an der Struktur der Harmonien Veränderungen vorgenommen. Es entstand der Stil der „Musica nova“, der „Neuen Musik“, heute auch „Moderne“ genannt. Einer der Mitbegründer dieser Musikrich-tung war der Ungar Béla Bartók.
In der Fachliteratur werden auch die heute zu Gehör kommen-den Werke zur „Musik der Nationen“ gezählt.

Sir Edward William Elgar (1857 – 1934 England)
Serenade für Streichorchester in e-Moll, op. 20 (1892/93)
Auch Elgar gilt als bedeutender Vertreter der musikalischen Spätromantik. Sein Vater war Musikalienhändler, Klavierstim-mer und Organist. Aber Edward lernte im Wesentlichen autodi-daktisch Klavier, sämtliche Streichinstrumente und Fagott. Mit 12 Jahren studierte er Harmonielehre und wurde mit 28 Jahren Vaters Nachfolger als Organist. Doch erst seine künstlerisch begabte Frau öffnete dem 32jährigen den Durchbruch zum öffentlichen Interesse für seine Kompositionen, bei denen er sich auch der Folklore verpflichtet fühlte. Geehrt mit acht Ehrendoktortiteln und dem erblichen Adel verstarb er im Alter von 76 Jahren.

Jean Julius Christian Sibelius (1865 – 1957 Finnland)
Impromptu (1893)
Sibelius war finnisch-schwedischer Abkunft. Mit drei Jahren ver-starb sein Vater. Vom 9. Lebensjahr an ließ ihm seine Mutter Klavier- und mit 15 Jahren auch noch Violinunterricht erteilen. In der Schulbibliothek fand er eine Kompositionslehre, aus der er interessiert lernte. Mit 20 Jahren studierte er in Helsinki Jura, wandte sich aber nach einem Jahr gänzlich dem Musikstudium zu. Sein Musikprofessor war Sammler finnischer Volkslieder. Im Alter von 24 Jahren studierte er in Berlin, wobei ihn vor allem das Musikleben interessierte. Mit 25 Jahren kam er bei einer bekannten Familie mit einem starken finnischen Nationalbe-wusstsein in Berührung, und die bedrängte politische Lage im Finnland der 1890er Jahre erweckte in Sibelius das Gefühl für das Vaterländische und Finnische. Mit dem Stück unter dem Namen „Finlandia“ gab er Kunde vom Kampf Finnlands gegen das russische Gewaltregime.
Das dargebotene Impromptu entwuchs einer Augenblicksstim-mung des 28jährigen Jean. Übrigens: Eigentlich hieß Sibelius Johan. Als er dabei war, seine Künstlerlaufbahn anzutreten, nannte er sich Jean wie sein verstorbener Onkel.

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 – 1893 Russland)
Elegie in G-Dur op. TH 51 (1884)
Tschaikowsky wurde in Wotkinsk, einer Stadt in der russischen Ebene vor dem Uralgebirge geboren. Da früh seine musikali-sche Begabung erkannt wurde, durfte er auf seinen Wunsch hin bereits mit vier Jahren bei einer Hauslehrerin das Klavierspiel erlernen. Mit zehn Jahren wechselte er an die Rechtsschule in das 1300 km entfernte Sankt Petersburg, wo er auch private Klavierstunden bei einem deutschen Pianisten nahm. Im Alter von 22 Jahren trat er in das von Anton Rubinstein gegründete Konservatorium ein. Mit 26 Jahren wurde er Dozent am Moskauer Konservatorium. In seinen frühen Kompositionen zitierte er russische und ukrainische Volkslieder. Im Charakter seiner Themen und in der Führung seiner Melodien empfand er zutiefst national. Nach seinen eigenen Worten ist seine Musik „in der Tiefe einer aufgewühlten Künstlerseele empfangen worden.“ In seiner sensiblen, gefühlsverschwendenden Natur fand er den Weg zur deutschen Romantik. Die Ursachen seines plötzlichen Todes mit 53 Jahren sind bis heute nicht geklärt. Er ist in Sankt Petersburg beigesetzt.

Edvard Hagerup Grieg (1843 – 1907 Norwegen)    
Zwei elegische Melodien für Streichorchester, op. 34 (1880)
I. Herzwunden    II. Letzter Frühling
Grieg wurde im westnorwegischen Bergen als viertes Kind ei-nes wohlhabenden Kaufmanns und Konsuls und einer Pianistin geboren. Bereits mit sechs Jahren erhielt er von der Mutter re-gelmäßigen Klavierunterricht. Der norwegische Geiger Ole Bull riet ihm zum Musikstudium auf dem Leipziger Konservatorium und richtete auch Griegs Schaffen auf eine nationale, der heimatlichen Volksmusik eng verbundene Kunst. Mit 26 Jahren machte Grieg Bekanntschaft mit Lindemans Sammlung norwegischer Volksweisen und -tänze, denen er nachhaltigste Anregungen für sein Schaffen verdanken sollte.

Edvard Hagerup Grieg (1843 – 1907 Norwegen)
Zwei Nordische Weisen, op. 63 (1895)
I. Im Volkston    II. Kuhreigen und Bauerntanz
Griegs “nordische” Weisen rufen in Erinnerung, dass Norwegen und Schweden lange Zeit zu einer Union zusammengeschlos-sen waren. So gehört der Kuhreigen zu den ältesten Volksme-lodien schwedischer Kuhhirtinnen.

Leoš Janácek (1854 – 1928 Tschechien)    
„Idyll“, Suite für Streichorchester (1878); Sätze I. bis VII.
Janácek wurde als Sohn eines Dorfschullehrers in Mähren ge-boren und besuchte die deutsche Realschule in Brünn. Mit 18 Jahren wurde er Musiklehrer und Chorleiter. Er setzte sein Studium an der Prager Orgelschule und am Leipziger Konser-vatorium fort. Als Direktor des Brünner Konservatoriums sam-melte er Volkslieder seiner Heimat. Die Harmonik seiner Werke weist deutlich in die Moderne, er blieb aber stets ein tsche-chisch fühlender Komponist, der den Zusammenhang mit der heimischen Tradition nicht verlor. Seine Werke, die in der ganzen Welt erfolgreich waren, wurden durch Staatspreise und Preise der Tschechischen Akademie ausgezeichnet.

Béla Bartók (1881 – 1945  Ungarn)    
7 Rumänische Volkstänze aus Ungarn für Klavier (1915)
Bartok wurde in Süd-Ungarn geboren. Im Alter von 8 Jahren verlor er den Vater. Den ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner Mutter. Mit 10 Jahren trat er zum ersten Mal öffentlich auf. Im Alter von 18 Jahren trat er in die Budapester Musikhochschule ein. Mit 24 Jahren lernte er Zoltán Kodály kennen, mit dem er viele Jahre hindurch Tausende von Volksliedern in Ungarn, in der Slowakei und in Rumänien sammelte. Bei einem Aufenthalt in Nordafrika studierte er sogar arabische Musik. Bartók gestaltete das Harmoniegerüst seiner Kompositionen um und wurde einer der ersten Begründer der „Neuen Musik“. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wanderte er in die USA aus, wo er 1945 starb.

Text: Richard Bittner

 

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