Frühjahrskonzert 2019

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Details zum Herbstkonzert am 16.11.2019

 

 

 

Zur Solistin:


Mia Elezović (Piano) Foto: MIRO TARADI)

Die Pianistin Mia Elezović wurde 1975 in Zagreb geboren. Sie studierte bei Zvezdana Basic an der Musik-Akademie in Zagreb, wo sie bereits im Alter von 19 Jahren ihr Diplom erhielt. 1995 setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik in Wien bei Hans Petermandl fort und begann
2 Jahre später ein Aufbaustudium bei Herbert Seidel an der Frankfurter Musikhochschule.

Schon früh nahm Mia Elezović ihre internationale Konzerttätigkeit auf. Als Solistin konzertierte sie mit zahlreichen osteuropäischen Orchestern, u.a. unter den Dirigenten MO Kazushi Ono, Pavle Despalj sowie Ralphe Pascal. Mit großem Erfolg trat Mia Elezović darüber hinaus beim Kroatischen und Deutschen Fernsehen auf und war in beiden Ländern ebenso im Radio zu hören. Außerdem nimmt sie an zahlreichen Festivals teil, wie z.B. dem Schleswig-Holstein Musik-Festival oder dem Las Vegas-Music-Festival.

Die viersprachig aufgewachsene Pianistin ist Preisträgerin wichtiger nationaler wie internationaler Wettbewerbe. Sie erhielt beispielsweise 1995 den Rektor-Preis der Universität Zagreb für die Konzert-Tournee in Japan sowie 2001 die Auszeichnung der Da-Ponte-Stiftung in Deutschland. Die japanische Regierung lud Mia Elezović im Jahr 2004 zu einem zehnmonatigen Studienaufenthalt nach Kyoto ein, wo sie intensive Forschungsarbeit auf dem Feld zeitgenössischer japanischer Klavier-Kompositionen an der Showa-Musikakademie betrieb.

2006 wurde Mia Elezović als Solo-Pianistin des Spanischen National-Ensembles für Zeitgenössische Musik in Madrid engagiert. Im September 2007 ging sie als Voll-Stipendiatin an die Manhattan School of Music nach New York, wo sie sich bei dem neu geschaffenen einzigartigen Programm "Contemporary Performance" für zeitgenössische Musik immatrikulierte. Im Mai 2009 beendete sie ihr dortiges Studienprogramm mit einem zweiten Magister.

Mia Elezović ist eine sehr gefragte Pianistin in Kammermusik-Formationen sowie als Korrepetitorin. So arbeitete sie z.B. in Frankfurt mit den Horn-Klassen von
Prof. Marie-Luise Neunecker und in New York als Begleiterin zahlreicher Gesangsklassen.

An verschiedenen internationalen Hochschulen ist Mia Elezović als Klavier- und Kammermusik-Dozentin engagiert. Seit November 2016 unterrichtet sie an der Künstlerischen Akademie der Universität J. J. Strossmayer in Osijek, Kroatien.

Solo-Cello

im 2. Satz: Romanze für obligates Cello un Klavier:

Lenz Defregger (Eberfing)

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Zu den Werken

Ludwig van Beethoven (1770 1827)

Ouvertüre zum Trauerspiel „Egmont“ op. 84 (Wien 1810)

Ein Jahr vor Beginn der Französischen Revolution 1789 vollendete Goethe das „lange vertrödelte Stück“ Egmont auf der italienischen Reise.

Egmont, der Held des Dramas, gehörte etwa 200 Jahre vor Goethe zum einheimischen Adel der Niederlande, der zum Machtbereich der spanischen Habsburger zählte. Der skrupellose Herzog Alba rückte aus Spanien an, um gegen Volksaufstände vorzugehen. Das Volk setzte auf Egmont, der arglos die Ansicht vertrat, dass jedes Volk von Herrschern regiert werden müsse, die so empfinden wie ihr Volk. Egmont wurde verhaftet. Goethe lässt im Drama den Sohn Albas das Todesurteil in den Kerker überbringen. Zu Egmonts Überraschung bekennt dieser sich zum Gedanken der Freiheit und gegen den Despotismus des Vaters. Da begreift Egmont, dass er nicht umsonst sterben werde. Egmont wird zum Volkshelden.

Diesem Volkshelden widmete Goethe das Schauspiel rechtzeitig zur Revolution in Frankreich. Schiller wählte den Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell (1307). Für den Schmied von Kochel (Sendlinger Mordweihnacht 1705) und Andreas Hofer (Tiroler Freiheitskämpfer 1809) fanden sich keine so namhaften Dichter, ihre Erinnerung lebt in Volkstheatern und Liedern weiter.

Goethe verlangte zu seinem Drama Egmont eine Schauspielmusik. Es gab ein paar Versuche, die sich nicht durchsetzen konnten. Anlässlich einer Inszenierung des Wiener Burgtheaters im Jahre 1810 wurde Beethoven um eine Musik gebeten. Seine Schauspielmusik besteht aus zehn Nummern, zuletzt einer „Siegessymphonie“. Aufgeführt wird heute meistens nur die Ouvertüre.

Ein Autor bezeichnet die Ouvertüre zu Egmont als ein „Seelendrama“, als eine „sinfonische Dichtung“. Die düstere Einleitung malt die Not der Niederländer unter Alba. Im folgenden Allegro zuckt der Freiheitsgedanke auf und der Kampf gegen die Unterdrücker. Im dritten Teil wird der errungene Sieg gefeiert. Es weht uns der wilde Wind der Freiheitsbewegung entgegen.

Beethoven war durchaus ein politischer Mensch. Als er 1802 die
3. Sinfonie komponierte, dachte er an Napoleon, seinen begeistert verehrten Helden, und schrieb ganz oben auf dem Titelblatt „Buonaparte“. Als dieser sich 1804 zum französischen Kaiser erklärte, geriet Beethoven in Wut, zerriss das Titelblatt und widmete die 3. Sinfonie  allen Freiheitshelden mit dem Titel „Sinfonia eroica“.

Clara Schumann, geb. Wieck (1819 – 1896)

Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll op. 7 (Leipzig 1837)

Clara wurde mit fünf Jahren nach der Trennung ihrer Eltern von der Mutter getrennt. Im selben Jahr begann der pädagogisch einfühlsame Klavierunterricht bei ihrem Vater, dem Klavierpädagogen Friedrich Wieck. Der Unterricht des überaus begabten Mädchens war so erfolgreich, dass die junge Künstlerin bereits mit neun Jahren im Leipziger Gewandhaus auftreten durfte. Es war Claras Einstieg in eine lebenslange Virtuosenkarriere als Pianistin. Ab dem zehnten Lebensjahr leitete sie ihr Vater an, selbst Werke zu komponieren, um sich auch mit eigenen Werken präsentieren zu können.

Mit etwa 12 Jahren erkundete sie schon Möglichkeiten des Symphonieorchesters. Mit 14 Jahren begann sie mit der Komposition ihres ersten und einzigen Klavierkonzertes. Nur den ersten Satz instrumentierte sie selbst. Bei der Orchestrierung des letzten Satzes half ihr der neun Jahre ältere Musikstudent Robert Schumann, der im Haus ihres Vaters wohnte. Die Uraufführung fand im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy statt. Welch eine Wertschätzung für eine 16-jährige Künstlerin! Vor der Veröffentlichung 1837 überarbeitete sie das Konzert noch einmal und spielte es in Wien mit überwältigendem Erfolg.

Der erste Satz ist geprägt von einem aufsteigenden, vorwärts treibenden Thema. Nach einer kurzen Klavierüberleitung schließt sich der ungewöhnliche zweite Satz an. Auf einer Tournee hatte sich die 15-jährige in einen Cellisten verliebt, der ein “Zaubercello zart und gefühlvoll spielte”. Hier fand sie die Inspiration für die Romanze. Viele Jahre später wählte auch Brahms diese Form. Nach einem Übergang beschließt der schwungvolle und tänzerische Schlusssatz das Klavierkonzert der jugendlichen Clara Wieck.

Wohl während der gemeinsamen Arbeit an der Instrumentierung entstand eine intensive Freundschaft zwischen Clara und Robert, doch der Vater Friedrich Wieck verbot ihnen jede weitere Zusammenkunft. Vor Claras 21. Geburtstag erteilte ein Appellationsgericht die Heiratsbewilligung, so dass sie am
12. September 1840 in Leipzig heiraten konnten. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor. Durch die psychische Erkrankung ihres Mannes war Clara in der Ehe gezwungen, trotz der Kinder für den Familienunterhalt zu sorgen und mit  zahlreichen Konzerten Geld zu verdienen. Nach Roberts Tod 1856 verteilte sie ihre Kinder auf Verwandte und Erziehungsinstitute, um auf Konzertreisen zu gehen. Neben Inlandskonzerten unternahm sie 64 Auslandsreisen in neun Länder, wobei sie stets Werke von Robert Schumann mit in ihr Programm aufnahm. 1891 gab sie ihr letztes Konzert. Am 20. Mai 1896 verstarb Clara Schumann im Alter von 76 Jahren in Frankfurt am Main.

Ludwig van Beethoven (1770 1827)

Symphonie Nr. 5 in c-Moll op. 67 (Wien 1808)

“O ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch und misanthropisch haltet, wie unrecht tut ihr mir!” schrieb Beethoven 1802 in seinem Heiligenstädter Testament und bekannte, dass seit sechs Jahren sein Gehör schwinde. Aber er rief entschlossen aus: „Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen.“ Und das brachte er in seiner V. Sinfonie, der “Schicksalssinfonie”, zum Ausdruck. Mit einem Donnerschlag verglich Hector Berlioz die Erschütterung durch Beethoven und wagte die Deutung des “V” als “Victoria”, als Zeichen für Freiheit und Sieg. Ging es im Egmont um den Sieg über Despoten, so soll in diesem Fall dem eigenen Schicksal der Kampf angesagt werden.

Beethovens Klavierschüler Carl Czerny erzählt, dass eine Goldammer im Walde diesem das Grundmotiv „tí tí tí tî--“ zugetragen habe. Wohl möglich! Denn Beethoven war ein großer Naturfreund und wanderte gerne durch Felder und Wälder zwischen Döbling und Heiligenstadt östlich von Wien, und immer ausgerüstet mit einem Notennotizheft und einem dicken Zimmermannsbleistift. Doch aus der Feder des von vermeintlich dunklen Mächten gequälten und verzweifelten Komponisten entsteht ein hämmerndes Pochmotiv als Schicksalsruf: „tá tá tá tâ--“. „So klopft das Schicksal an die Pforte!“ hat er sein gewaltiges Eingangsmotiv erklärt. Doch die Geigen antworten mit einer lieblichen Hoffnungsmelodie. Und dieser Wechsel zieht sich durch die ganze Sinfonie hindurch. Im letzten Satz heben Freudenharmonien die Seele des starken Selbstbefreiers.

Was ging in dem Musikgenie vor, dass er gleichzeitig an der 6. Sinfonie, der „Pastorale“, zu komponieren vermochte, in der er seine Empfindungen für das idyllische Leben auf dem Lande zum Ausdruck brachte?

Text zu den Werken: Orchestermitglied Richard Bittner (im Oktober 2019)

 

Letzte Bearbeitung: 17.11.2019, 15:05

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